 |  | Wolle und Haare Unter Wolle wird im engeren Sinne nur das Haar von Schafen verstanden. Fasern aus dem Haarkleid anderer Tiere (Kamel, Alpaka, Lama, Guanako und Vikunja, Mohair-, Kaschmir- und Angoraziege, Angorakaninchen, ...) werden als Haar bezeichnet. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird die Bezeichnung Wolle aber häufig für alle in Textilien verwendeten Tierhaare benutzt.
Wolle hat das beste Warmhaltevermögen aller gebräuchlichen Fasern, ist temperaturausgleichend, nimmt Feuchtigkeit gut auf und hat eine hohe Elastizität. Sie knittert wenig, ist formbeständig und neutralisiert und bindet Gerüche. Durch Lüften lassen sich Wolltextilien wieder auffrischen. Wolle ist empfindlich gegen Alkalien (z. B. Seifenlauge) und verfilzt beim Waschen mit der Maschine. Sie verträgt keine hohen Temperaturen und ist mottenanfällig.
Im Wollfett der Schafe können sich unter Umständen hohe Werte von Pestiziden anreichern. Gegen Mottenbefall und die unerwünschte Neigung zum Verfilzen wird Wolle zum Teil mit Textilausrüstungen „veredelt“.
Empfindliche Personen (z. B. Allergiker) können auf Wolltextilien mit Unverträglichkeitserscheinungen der Haut wie Kribbeln, Kratzen, Hautrötungen oder Ekzeme reagieren. Nach derzeitigem Erkenntnisstand wird diese sogenannte Wolle-Intoleranz überwiegend durch mechanische Reizung der Nervenenden ausgelöst.
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