 |  | Naturfasern Die Naturfasern umfassen im Wesentlichen die Pflanzenfasern, die tierischen Fasern und die natürlichen Mineralfasern.
Pflanzenfasern bestehen überwiegend aus Zellulose. Die wichtigsten Arten sind Baumwolle (aus Nordafrika, Asien und Nordamerika), Leinen (Flachs aus Europa), Jute (Lindengewächs aus Indien), Ramie (Chinagras), Hanf (Haschischpflanze) und Sisal (mittelamerikanische Agave).
Für die Kleidung ist nur noch Baumwolle, Leinen und Ramie im Gebrauch. Jute, Hanf und Sisal haben in diesem Bereich wegen ihrer gröberen und härteren Fasern keine Bedeutung mehr. Zellulosefasern können sehr schnell Feuchtigkeit und Nässe aufnehmen, verlieren aber schon bei etwa 7-10 Prozent Feuchtigkeitsgehalt ihr Isoliervermögen und fühlen sich ab diesem Wert feucht und klamm an.
Tierische Fasern bestehen überwiegend aus Eiweiß (Proteinen). Die wichtigsten Arten sind Wolle (vom Schaf), Haare (Lama, Alpaka, Vikuna, Mohair, Kaschmir, Angora, Kamel, ...) und Seide (Gespinstfaser der Seidenraupe). Wolle, Tierhaare und Seide sind äußerst komplizierte Proteinfasern, die die Tiere im Laufe von Jahrmillionen zu ihrem Schutz gegen die Unbilden der Witterung entwickelt haben.
Wollfasern und die meisten Tierhaare sind elastisch wie ein Gummi. Sie können bis zu 30.000 mal gebogen oder gestaucht werden, ohne das Faserschädigung oder Faserbruch entsteht. Die Fasern erhalten ihre natürliche Elastizität zum einen durch ihre Lockenstruktur und zum andern durch ihren speziellen zellularen Aufbau. Sie können deshalb bis zu einem Drittel ihrer Länge ohne Schaden und ohne bleibende Formveränderung überdehnt werden. Seide ist nicht so elastisch, hat dafür aber eine äußerst hohe Zug- und Reißfestigkeit, die von den meisten Chemiefasern nicht erreicht wird.
Tierische Fasern können besonders gut Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf aufnehmen. Sie haben einen sehr hohen Isolationswert, den sie bis zu einer Feuchtigkeitssättigung von 30 Prozent aufrechterhalten. Ein Wollpullover mit einem Gewicht von 1kg kann z. B. bis zu 0,3 Liter Luftfeuchtigkeit und Schweiß aufnehmen, ohne das er sich feucht oder klamm anfühlt oder seine wärmende Wirkung verliert.
Zu den natürlichen Mineralfasern zählen z. B. Glasfasern, Asbest oder Kohlenstofffasern. Für Bekleidung und Heimtextilien spielen sie praktisch keine Rolle.
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