Kein erhöhtes Botulismus-Risiko durch Biotonne Nach bisherigem Erkenntnisstand besteht keine erhöhte Gefahr, durch das Sammeln von Bioabfall an Botulismus zu erkranken. Das betont das Umweltbundesamt, nachdem Hinweise aus der Wissenschaft auf einen möglichen Zusammenhang von Botulismus und dem so genannten plötzlichen Kindstod bekannt wurden. Das Umweltbundesamt habe diese Hinweise jedoch ernst genommen und zwei Forschungsprojekte gestartet, die klären sollen, ob Biokompost tatsächlich ein besonderes gesundheitliches Risiko in sich birgt. Botulismus wird durch Clostridium botulinum-Bakterien hervorgerufen. Diese Bakterien sind in der Umwelt weit verbreitet und können starke Nervengifte bilden. Ohne Behandlung kann Botulismus tödlich sein. Bisher wurde in keinem Fall ein Zusammenhang zwischen Botulismus und Biokompost nachgewiesen. Das erste vom Umweltbundesamt in Auftrag gegebene Botulismus-Forschungsprojekt wurde bereits im Januar 2001 abgeschlossen. Es ergab, dass in Biokomposten zwar Clostridium botulinum-Bakterien, aber keine Botulinumgifte enthalten sind. Im zweiten Projekt, das im November 2000 begann, soll vorsorglich untersucht werden, welche hygienische Bedeutung die im Biokompost vorkommenden Clostridium botulinum-Bakterien haben. Ungeachtet der aus diesem Forschungsprojekt zu erwartenden Erkenntnisse steht für das Umweltbundesamt jedoch eines bereits jetzt fest: die einseitige Warnung vor Säuglingsbotulismus aus der Biotonne ohne Einbeziehung anderer möglicher Infektionsquellen ist wissenschaftlich nicht begründet. Die Bakterien seien in der Umwelt weit verbreitet, zum Beispiel im Boden, im Hausstaub und in Blumenerde. Das Risiko für Säuglinge durch Botulismus aus der Biotonne sei geringer als das Botulismusrisiko durch direkten Kontakt zu Staub oder Erde. |